Privatkonkurs ja oder nein?

09 Jan
9. Januar 2018

Schuldner, die einen Privatkonkurs gegen sich selbst in Erwägung ziehen, sollten ein paar Dinge beachten. Der grundsätzliche Vorteil eines Privatkonkurses ist zwar, dass laufende Betreibungen oder Lohnpfändungen eingestellt werden, jedoch das Problem damit nicht vom Tisch ist. Macht eine Privatperson in der Schweiz Konkurs, sind ihre Verbindlichkeiten und Schulden keineswegs getilgt. Am festgesetzten Stichtag der Privatkonkurses werden Aktive und Schulden gegenübergestellt. Vorhandene Mittel des Schuldners werden an die Gläubiger ausbezahlt. Für die verbleibenden offenen Verbindlichkeiten werden Konkursverlustscheine an die Gläubiger verteilt, die erst nach zwanzig Jahren verjähren. Der Gläubiger kann zudem jederzeit einen Zahlungsbefehl beim Betreibungsamt einreichen. Man bleibt im Schuldenhamsterrad stecken.

Für den Konkurs braucht man ein gutes Budget

Sinnvoll ist ein Insolvenzverfahren, wenn die überschuldete Person genug verdient, um die lebensnotwendigen laufenden Ausgaben zu bestreiten, jedoch keine Aussicht auf eine Schuldenbereinigung besteht. Mit einem Privatkonkurs erklärt sich der Schuldner als zahlungsunfähig. Das vorhandene Vermögen wird verwertet und auf die Gläubiger verteilt. Er muss mit einem geringen pfändungsfreien Betrag auskommen. Und das über sieben lange Jahre. Wer den Privatkonkurs anmeldet, darf sich nicht neu verschulden. Eine Konkurseröffnung beim Konkursamt oder Bezirksgericht ist teuer. Der Schuldner muss das Verfahren vorfinanzieren. Kantonsabhängig sind das 4.000 Franken oder auch mehr. Unerlässlich ist eine Liste aller Gläubiger.

Schuldenregulierung durch Finanzsanierung

Diese Kosten können sich Schuldner sparen, indem sie zum Beispiel ihre Schulden über eine Finanzsanierung abwickeln. Diese hilft dabei, Zahlungen an die Gläubiger gemäss den Budgetmöglichkeiten des Schuldners zu tätigen und einem drohenden Mahnverfahren, Zahlungsbefehl oder Privatkonkurs entgegenzuwirken.