Wie funktioniert ein Schuldenvergleich?

05 Okt
5. Oktober 2015

Spätestens, wenn Sie Ihre Raten nicht mehr zahlen können und die Zinsen der Schulden weiter steigen, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre finanzielle Lage wieder in den Griff bekommen. Statt gleich den Gang zur Insolvenz anzutreten, ist es sinnvoll, mit den Gläubigern einen Vergleich auszuhandeln. Wir zeigen Ihnen, wie ein Schuldenvergleich abläuft und welche Vorteile er bietet.

Grundlagen des Gläubigervergleichs

Mit dem Schuldenvergleich soll einerseits dem Gläubiger ein Entgegenkommen demonstriert werden, andererseits soll dieser dazu bewogen werden, auf einen Teil seiner Forderungen zu verzichten. Sie bieten dem Gläubiger beispielsweise eine Einmalzahlung und er verzichtet dafür auf 50 Prozent der Forderungen.

Dieses Verfahren ist juristisch im § 305 Abs. 1 der Insolvenzordnung geregelt. Gemäß dieser Regelungen ist der Schuldner sogar dazu verpflichtet, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu bewirken, bevor er eine Insolvenz beantragt.

Ein Schuldenvergleich bietet aber schon deshalb Vorteile, weil die Erfolgsaussichten in der Praxis sehr gut sind. Der Vergleich bringt nicht nur dem Schuldner, sondern auch dem Gläubiger Vorteile, denn so fällt das aufwendige, lange Insolvenzverfahren weg. Außerdem gehen viele Gläubiger in einem Insolvenzverfahren leer aus und nutzen daher mit einem Vergleich die Chance, doch noch etwas vom Schuldner zu bekommen, auch wenn nicht der gesamte Betrag beglichen wird.

Weitere Vorteile des Schuldenvergleichs:

  • deutlich schnellere Schuldenbefreiung – statt mehrerer Jahre können Sie je nach Fall schon nach einigen Monaten schuldenfrei sein
  • Schufa-Eintrag wird schneller entfernt
  • diskreter Vergleich statt öffentlicher Insolvenz
  • oft günstiger als ein Gerichtsverfahren

Ablauf beim Schuldenvergleich

Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften zum Vergleichs-Ablauf. Einzige Bedingungen ist die Aufstellung eines sogenannten Schuldenbereinigungsplans. In diesem müssen alle Gläubiger mit entsprechenden Forderungen aufgeführt und konkrete Zahlungsziele festgehalten werden. Wichtig ist hier, dass keine Gläubiger bevorzugt und keine benachteiligt werden dürfen.

Um festzustellen, wie viel Sie den Schuldnern wann zurückzahlen können, müssen Sie natürlich wissen, wie viel Geld Ihnen neben Ihren regelmäßigen und unregelmäßigen Ausgaben zur Verfügung steht. Hier ist es wichtig, wirklich alle Ausgaben und Einnahmen mit aufzunehmen, um eine realistische Rückzahlungssumme zu erhalten. Neben einer Einmalzahlung können Sie dem Gläubiger auch eine Ratenzahlung anbieten.

Fachberatung nutzen für bessere Vergleichskonditionen

Auch wenn Sie im Prinzip den Schuldenbereinigungsplan selbst aufstellen und mit den Gläubigern verhandeln können, ist es sinnvoll, Experten im Bereich Verschuldung zurate zu ziehen. Private Dienstleister wie z.B. Weber&Partner Associates AG oder auch karikative Einrichtungen wie die Caritas bieten einerseits den Vorteil, dass sie viel besser abschätzen können, ob ein Vergleich sinnvoll und erfolgsversprechend ist. Andererseits ergeben sich von vornherein bessere Aussichten für die Verhandlungen mit den Gläubigern, denn diese sind oft eher dazu bereit, mit einem Experten, der sich mit Schuldenfällen auskennt, in Gespräch zu treten statt mit dem Gläubiger.