Das Pfändungsschutzkonto – welche Sicherheiten bietet es?

21 Jul
21. Juli 2015
Gepfändet - und jetzt?

Gepfändet – und jetzt?

Ein Pfändungsschutzkonto dient dazu, dem Schuldner eine angemessene Lebensführung zu ermöglichen. Es schützt jedoch nicht komplett davor, dass Geldbeträge vom Konto eingezogen werden. Wie der Schutz durch das P-Konto konkret aussieht, zeigen wir im folgenden Beitrag.

Wer hat Anrecht auf das P-Konto?

Grundsätzlich können Sie nur ein Konto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln. Deshalb wird dieser Vorgang auch als Eintrag bei der Schufa vermerkt. Als Schuldner müssen Sie selbst diesen Antrag stellen, und zwar so schnell wie möglich, denn die Kontopfändung gehört zu den meistgenutzten Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, die vom Gläubiger beauftragt werden. Ohne diesen Schutz ist Ihr Geld auf dem Girokonto überhaupt nicht geschützt und der Gläubiger könnte im Prinzip das gesamte vorhandene Geld über die Bank bzw. Sparkasse erhalten.

Jeder darf den Pfändungsschutz für sein Girokonto einrichten lassen. Die Bank ist dazu verpflichtet, dem Kontoinhaber diesen Antrag zu genehmigen, auch wenn bereits Pfändungen auf dem Konto vorhanden sind.

Ab wann „wirkt“ das P-Konto?

Laut Gesetzgeber hat die beauftragte Bank maximal 4 Tage Zeit, um das Konto einzurichten. Es ist auch möglich, den Kontopfändungsschutz rückwirkend gelten zu lassen. Wenn z.B. bereits Pfändungen vorliegen und das Konto innerhalb von vier Wochen danach eingerichtet wird, dann gilt der Schutz auch rückwirkend.

Kostet das Pfändungsschutzkonto extra?

Der Pfändungsschutz soll dem Kontoinhaber seine finanzielle Lage nicht noch weiter erschweren, und ist daher nicht mit erhöhten Kontoführungsgebühren verbunden.

Der Freibetrag zählt

Zu Beginn dieses Monats wurde der Grundfreibetrag für das Pfändungsschutzkonto erhöht und liegt jetzt bei 1.079,99 Euro pro Monat. Der Freibetrag kann sich jedoch durch bestimmte Zahlungseingänge oder Zahlungsverpflichtungen erhöhen, z.B. durch Unterhaltszahlungen oder Kindergeld. Diese müssen Sie der Bank nachweisen. Es ist auch möglich, besondere Aufwendungen geltend zu machen. Dafür müssen Sie einen entsprechenden Antrag beim Vollstreckungsgericht stellen.

Alles, was den Grundfreibetrag + weitere Freibeträge übersteigt, kann die Bank sofort einbehalten. Dabei spielt es keine Rolle, woher das den Freibetrag überschreitende Geld kommt. Der Überschuss berechnet sich immer am gesamten Monat, d.h., alle Zahlungseingänge des Monats werden addiert. Überschreitet das Ergebnis den Freibetrag, erhält der Gläubiger die Differenz, ansonsten geht er leer aus. Als Schuldner sollten Sie also auch selbst im Auge behalten, wie viel Geld auf dem Konto eingeht und wie viel Sie dementsprechend abheben können.