Der Abfall der Kreditwürdigkeit österreichischer Banken

21 Nov
21. November 2014

Kann man der Bonität österreichischer Banken überhaupt noch vertrauen?

Erst im August 2014 stufte die Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) die Kreditwürdigkeit dreier Großbanken ab. Getroffen hat es die Erste Group, Raiffeisen und die Bank Austria. Da nicht klar ist, ob diese drei Banken im Ernstfall durch den Staat Österreich geschützt werden würden, mussten sie die Herabsetzung um eine Stufe hinnehmen. Das bedeutet aber natürlich auch höhere Zinskosten für den Verkauf von Anleihen am Kapitalmarkt.

Auch Deutschland und Schweiz weiterhin betroffen

Banken ernten immer weniger Vertrauen

Foto: amner / freedigitalphotos.net ID 100148218

Auch die Deutsche Bank wurde im Sommer von der Ratingagentur Moody’s um eine Stufe von A2 auf A3 runtergestuft. Grund waren Rechtsstreitigkeiten und kostspielige Umstrukturierungen, die Zweifel an der Profitabilität aufkommen ließen. Bereits 2013 wurde die zweitgrößte Bank der Schweiz von Standard & Poor’s von A+ auf A runtergestuft. Der Ausblick blieb zwar stabil, es wurden aber erhöhte Risiken festgestellt, die durch die stärkere Regulierung und unsicheren Marktbedingungen in Europa begründet wurden.

Die Bank Hypo Alpe Adria hat seit langem schon mit ihrer Kreditwürdigkeit zu kämpfen. Der beschlossene Schuldenschnitt ist wohl auch einer der Gründe, warum der Glauben in unsere österreichischen Banken und die Unterstützung derer von Staats Seiten immer mehr sinkt.
Eine genau so bedeutende Ratingagentur wie S&P ist die Agentur Moody´s. So hat es die teils schon verstaatlichten Osterreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) mit einer durch Moody´s vorgenommenen 2-fachen Abstufung auf „Ba3“ noch härter getroffen.

Ein Ende der Finanzenkrise ist demnach leider nicht in Sicht. Wie stark Österreich nicht nur unter der Krise in Griechenland leidet, zeigt der Aspekt, dass der österreichische Staat bereits 2013 20 Milliarden Euro zur Erhaltung des Bankensektors aufbringen musste.