Ex-Hypo-Chef hat über 600 Millionen Euro Schulden

25 Mrz
25. März 2015

Wolfgang Kulterer hat es geschafft. Mit einem Schuldenberg von rund 603 Millionen Euro stellte er mit großem Abstand einen Privatinsolvenz-Rekord auf. Ist es überhaupt möglich, diesen Schuldenberg wieder abzubauen?

Die Forderungen an den ehemaligen Hypo-Chef

Kulterer selbst gibt für seine Schulden einen Wert in Höhe von 8,8 Millionen Euro an. Rechnet man jedoch alle Gläubigerforderungen zusammen, erhöhen sich die Schulden auf 603 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Insolvenzverfahren des ehemaligen AvW-Chefs Auer-Welsbach beläuft sich die Forderungssummer auf „nur“ 400 Millionen Euro.

Die höchsten Forderungen stellt übrigens die Hypo Alpe Adria, nämlich 590,3 Millionen. Inwieweit diese berechtigt sind, muss das Gericht aber noch klären. Darunter fallen auch zahlreiche Forderungen aus zivil- und strafrechtlichen Verfahren, z.B. das Projekt eines Luxushotels auf der kroatischen Insel Jakljan.

Kaum Aussichten auf Schuldenbegleichung

Eine Auswertung des Vermögens des Ex-Hypo-Chefs dürfte sämtliche Rückzahlungsmöglichkeiten zunichtemachen. Kulterer besitzt zwar ein umfassendes Liegenschaftsvermögen, ungefähr im Wert von 4 Millionen Euro, dieses ist aber gesichert: durch eine Versorgungsrente von 600 Euro und ein Veräußerungsverbot. Da die Grundstücke schon vor vielen Jahren den Eltern überschrieben wurden, ist ein Verkauf nur mit deren Einverständnis möglich.

Aber selbst wenn man die Liegenschaften verkaufen würde, wäre Kulterer nie aus eigenen Mitteln dazu imstande, die Schulden zurückzuzahlen. In diesem Fall bleibt als einzige Möglichkeit ein Zahlungsplan mit der Hypo Alpe Adria. Dem Plan müssten die Gläubiger aber natürlich erst zustimmen.